Montag, 07 April 2014 18:58 von 

Ein Ausflug à la uns.

Taxi fahren mussten wir zum Glück nicht mehr. Denn während Patrik solche Fahrten lustig findet, tritt mir der Angstschweiss auf die Stirn. Nach einem Baklava- oder Sesam-“Bagel“-Zmorge war unser erstes Verkehrsmittel jeweils die Standseilbahn (Füniküler) runter vom Taksim-Platz zum Meer. Dann gings je nachdem mit Tram, Schiff oder zu Fuss weiter. Den Hop-on/Hop-off Bus konnten wir weglassen, da wir ja genügend Zeit hatten, unsere eigenen Wege zu wählen. Es ist schön, wenn man mal nicht überall hin stressen muss, und eine Woche Istanbul gibt einem diese Möglichkeit.

Mein Lieblingsausflug. Ziel: Einen Stadtteil mit heruntergekommenen Villen ansehen und von einem Hügel die Aussicht auf Istanbul geniessen. Am Hafen suchten wir vergeblich nach einem Schiff in unsere Richtung, also nahmen wir den Weg entlang des Meers zu Fuss in Angriff. Nach einigen Kilometern dann eine breite und stark befahrene Strasse. Wie überqueren wir diese? Ach, dort drüben ein Inseli, das geht schon. Gesagt getan, das Inseli ohne Verluste erreicht. Dann drängt sich an uns ein Schuhputzer vorbei und verliert seine Bürste. Patrik hebt sie ihm auf und ehe er sich versieht, werden seine Schuhe geputzt. Das will er zwar nicht, aber der Schuhputzer putzt ja nicht, er cremt die Turnschuhe ja nur ein, wie er selbst sagt. Der Preis: 35 Lira (ca. 15 Franken). Meisterhaft handelte Patrik ihn auf gut die Hälfte runter. Naja, diese Tricklis müssen ja zwischendurch funktionieren. Weitere herunterfallende Bürsten liessen wir liegen. (Anmerkung der Redaktion: Rund eine halbe Stunde zuvor hatte die Redaktion noch gepredigt, man solle nicht alles aufheben, was runterfällt. Mitten im Trick angekommen fand es die Redaktion dann lustiger, mitzuspielen.)

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir nach einem weiteren Fussmarsch den Stadtteil Fener. Villen sahen wir nicht, aber es war interessant, das Leben weg vom Tourismus in der Stadt zu erleben. Alles recht sauber, immer Wäsche vor den Fenstern, viele Kinder und Katzen. Etwa jeder fünfte Block war aber verlottert und nicht mehr bewohnt.

Nun? Hunger, na klar. Rein in ein Lokal mit einem kleinen Buffet – die Auberginentäschli im Schaufenster wollte ich unbedingt haben. Mit grossen Augen fünf Sachen gewählt. Hätten wir doch nur gewusst, dass man pro Person nur eines bestellt und es nicht einen Teller mit ein wenig von allem gibt. Tapfer haben wir fast aufgegessen, denn lecker war es sehr.

Dann haben wir ein Schiff erwischt und stiegen in Eyüp aus. Der Aufstieg (war als hart angepriesen, für uns eher ein Spaziergang) ging durch einen alten Friedhof hinauf auf den Hügel. Auf den Grabsteinen sieht man bei den Männern einen Turban mit dem militärischen Rang und sonstigen Auszeichnungen, und bei den Frauen zeigen die Blumenornamente die Anzahl Kinder an. Oben angekommen genossen wir bei einem Çay die wunderbare Aussicht auf Istanbul.

Fazit: Ein Ausflug à la uns, bei dem man viel erlebt, es schön hat, aber vieles oft anders kommt als gedacht.

 

Heute sind wir mit Füniküler, Schiff, Bus, Bus und Hochgeschwindigkeitszug in acht Stunden nach Ankara weitergereist. Hier kümmern wir uns morgen erst einmal um unser mongolisches Visum.

 

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